Hiking to Glenmalure

Vor fünf Wochen hat uns unsere Wanderlust noch einmal in den Wicklow Mountains Nationalpark gelockt. Vor den Festtagen wollten wir unser einzig freies Wochenende noch für eine mehrtägige Wanderung nutzen. Aber diesmal planten wir eine Strecke von Glendalough nach Glenmalure. Nach einer Übernachtung in Glenmalure sollte es am nächsten Tag auf einem anderen Pfad zurück nach Glendalough gehen. Insgesamt konnten wir mit dieser Wanderung den Glendalough Upper Lake umrunden. Als Einstiegspunkt wählten wir Glendalough, da wir mit dem St.Kevin’s Bus eine gute Verbindung aus Dublin heraus gefunden hatten. Dieser Bus fährt zwei mal täglich von Dublin zum Glendalough Visitor Center.

Gesagt getan, fuhren wir am Freitag nach der Arbeit um 17.45 Uhr mit dem St.Kevins’s Bus nach Laragh. Dort hatten wir mit der Pinewood Lodge ein schönes B&B gefunden und aus Laragh konnten wir am nächsten Tag nach 30-minütigem Fussweg bequem den Startpunkt unserer Tour erreichen.

Wir merkten wieder schnell, dass wir nicht in der Stadt waren, sondern in einem kleinen Dorf nur umgeben von Natur. Es war rabenschwarz als die Sonne erst einmal untergegangen war! Wir konnten unsere Hände nicht vor den Augen sehen und brauchten die Taschenlampen von unseren Handys, um den Weg zum B&B zu finden. Nachdem wir uns dort etwas eingerichtet hatten, wollten wir etwas essen und die riesen Auswahl bot uns The Wicklow Heather und … nichts weiter. Es war wirklich ein sehr schönes Restaurant, das prächtig mit Weihnachtsdekoration geschmückt war. Es leuchtete noch heller durch die tiefe Schwärze der Nacht.

Am Samstagmorgen bekamen wir dann ein Full Irish Breakfast im B&B und gingen gestärkt nach Glendalough. Am Visitor Centre war leider nicht der komplette Weg ausgeschildert, den wir gehen wollte, deshalb fragten wir nach einer Karte. Die bezahlten wir auch noch mit 50cent und darauf stand rein gar nichts, was hilfreich gewesen wäre…

 In der Umgebung um das Visitor Centre gibt es mehrere Wege von unterschiedlicher Länge, die man an einem Tag wandern kann. Wir suchten uns einen davon aus, um später auf den Wicklow Way abzubiegen. Ganz am Anfang kamen wir an einem sehr alten Friedhof vorbei mit einer alten Kirche. Auf den Grabsteinen waren sehr oft Schafe abgebildet, irgendwie schon zu irisch, oder? Außerdem gab es noch einen Turm, von dem aus früher die Menschen zum Gottesdienst gerufen wurden. Dieser Turm besaß zwar eine Tür, aber sie war in etwa drei Metern Höhe.

Unser Weg führte uns am Lower Lake von Glendalough entlang bis hin zum Upper Lake. Letzteren wollten wir dann fast komplett umrunden. Wir hatten einen Waldweg erwartet, der langsam ansteigt, wir wurden aber sehr überrascht. Der Weg führte am Miner’s Village vorbei, welches früher mal ein Bergbruchdorf gewesen war. Man konnte viele der alten Gebäude noch erkennen, die Fundamente waren noch erhalten und einige der früheren Werkzeuge standen noch dort. Von dort aus ging es dann auch tatsächlich nach oben, aber nicht auf einem gemütlichen Waldweg, sondern quer durch die Steinbruchhänge. In Serpentinen kämpften wir uns nach oben, weil es größtenteils wie eine Treppe angelegt war.

Oben angekommen wurden wir mit einem wunderschönen Ausblick belohnt! Der restliche Weg bis zum Wicklow Way war gut ausgebaut, doch als wir dann zum Wicklow Way kamen wurde es interessant. Der Weg führte uns über Schafsweiden und weil es zuvor viel geregnet hatte, war der Boden sehr, sehr matschig und die Ausrutschgefahr war groß. Als es dann einen Hang herunter ging, waren wir beide sehr darauf bedacht nicht abzurutschen, denn es war doch ziemlich steil. Doch was passierte nach der Hälfte des Hanges? Amai rutschte aus und landete glücklicherweise auf dem Po und musste ab da an mit einem komplett schlammigem Hosenboden weiter wandern.

In Glenmalure kamen wir zum Glück vor Einbruch der Dunkelheit an, denn wenn wir dachten in Laragh ist es dunkel, dann war es dort noch dunkler. Glenmalure ist nämlich eher ein Gebiet von 5km Radius, in dem ungefähr 200 Menschen wohnen. Aber natürlich gab es auch einen Pub, in dem wir abends etwas essen gingen. Auf dem Parkplatz des Pubs standen so viele Autos, dass man hätte denken alle Einwohner Glenmalures wäre dort auf ein Pint vorbeigekommen.

Unser B&B in Glenmalure war genau gegenüber des Pubs und war sehr niedlich. Der Name des B&B, Coolalingo, hätte aber auch nach Hawaii gepasst. Die nette ältere Damen, die das B&B führte, hatte auch zwei Hunde: einen 2-jährigen Mischling und einen 7-jährigen Caesarhund. Sehr witzig war, dass diese beiden immer eifersüchtig aufeinander waren. Sprich, streichelte man den einen, musste man damit rechnen, dass der andere auch sofort bettelte. Wir schliefen sehr gut in dem B&B und standen am rechtzeitig auf, um die Sonne über die Berge steigen zu sehen.

Unser Weg von Glenmalure war erst einmal derselbe, den wir am Vortag aus der anderen Richtung gegangen waren. Wir trafen also die matschigen Stellen wieder. Wir wanderten auf dem Wicklow Way Richtung Glendalough und dieser Teil des Weges war nun wirklich nicht schwer: es ging auf Waldarbeiterwegen den Berg hinab. Der Weg am Vortag war etwas schöner gewesen und wir waren uns einig, dass der Wicklow Way in Richtung Enniskerry noch viel schöner gewesen war!

Am Visitor Centre kamen wir zwei Stunden vor Abfahrt des Buses an, deshalb setzten wir uns ins The Glendalough Hotel. Gemütlich in die Sessel gekuschelt tranken wir nicht nur einen Irish Coffee bzw. Baileys Coffee. Amai bekam sogar noch eine heiße Schokolade geschenkt, weil die Kellnerin so verplant war, dass sie statt eines Baileys Coffee die heiße Schokolade brachte.

Als der Bus dann kam, stiegen wirklich viele Leute ein und am Schluss war der Bus so voll, dass sogar zwei stehen mussten. Erschöpft fuhren wir durch die Dunkelheit der Wicklow Mountains und waren froh, dass wir doch noch einmal im Wicklow Mountains Nationalpark gewesen waren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.