Die Nordinsel entdecken

Nachdem wir aus Irland wieder da waren, hatte ich nur eine Woche in Deutschland bis es mit meiner Mama wieder losging. Wir flogen für vier Wochen nach Neuseeland – für mich das zweite Mal (Backpacking), für Mama das erste Mal – und mittlerweile ist unsere Zeit auf der Nordinsel bereits rum. Zwei Wochen haben wir dafür gebraucht bzw. auch eingeplant gehabt.

Wir flogen in Düsseldorf am 21.01.2017 ab, stiegen in Dubai, Bangkok und Sydney um und landeten schließlich am 23.01.2017 in Auckland. Wir hatten dort eine Nacht im Hotel bis wir am nächsten Tag unseren Campervan von Jucy abholten. Zu unserer Überraschung stand nicht das Modell zur Verfügung, dass wir eigentlich gebucht hatten. Dafür bekamen wir aber ohne weitere Kosten ein größeres und luxuriöseres Gefährt: mit Strom und zwei Doppelbetten. Außerdem hatten wir das große Glück, dass wir eine Self-Contained-Plakette hatten, denn damit ist es in Neuseeland auch erlaubt auf Parkplätzen und ausgeschriebenen Arealen zu campen. Unser Auto hatte sogar eine Notfalltoilette; wir vermieden es aber diese zu nutzen.

Unsere Reise auf der Nordinsel führte uns zuerst ins Northland. Am ersten Tag hatten wir den Campervan erst mittags bekommen, deshalb ging die Fahrt nur aus Auckland heraus und wir übernachteten am Uretiti Beach. Danach ging es über Whangarei, wo wir uns die Whangarei Falls anguckten, nach Paihia. Kurz vor Paihia konnten wir noch die Hundertwasser-Toiletten anschauen. In Paihia besuchten wir noch einen Kunsthandwerkermarkt und dann ging es zur Puketi Recreation Area Campsite: mitten im Wald. Mama hatten gedacht, wir wären dort alleine, aber es kamen immer mehr Leute bis es dann so an die dreißig waren.

Da der Puketi Forest unter anderem auch Kauribäume (Baumriesen in Neuseeland) beherbergt, konnten wir morgens bei einem kleinen Spaziergang einige bewundern. Weiter ging es zum 90-Mile-Beach, der gar keine neunzig Meilen lang ist, und von dort aus dann nach Cape Reinga, der Nordspitze der Nordinsel und damit auch Neuseelands. Dort treffen die Tasmansee aus dem Westen und der Pazifik aus Osten aufeinander. Laut des Maoriglaubens springen dort die Seelen der Toten ins Meer, um in das Land ihrer Vorfahren zurückzukehren. In der Nähe des Cape Reingas übernachteten wir auf einem sehr schönen Naturcampingplatz.

Am nächsten Morgen ging es sehr früh los, denn wir mussten ein bisschen Strecke zurücklegen. Wir wollten den größten Kauri-Baum, Tane Mahuta, anschauen. Dieser war sehr, sehr beeindruckend mit seinen 52m Höhe und 17m Umfang. Dort machten wir Mittagspause bis es dann weiter Richtung Süden, durch Auckland, ging. Knapp unterhalb von Auckland übernachteten wir in einem Holiday Park (größerer Campingplätze, voll ausgestattet). Bisher hatten wir eher naturbelassene Campingplätze mit meistens kalter Dusche angefahren.

Am nun fünften Tag fuhren wir in die Coromandel Region nach Coromandel Town. Dort gibt es die einzige Schmalspurbahn Neuseelands. Mit dieser fuhren wir auch und hatten die besten Plätze: beim Hochfahren ganz hinten und beim Herunterfahren ganz vorne! Das war echt ein super Erlebnis und ich hatte das vor fünf Jahren auch noch nicht gemacht. Übernachtet haben wir dann in der Nähe von Whitianga. Am nächsten Morgen ging es nämlich nach Cathedral Cove und zum Hot Water Beach. Bei Letzterem handelt es sich um einen Strand, bei dem man sich bei Ebbe seinen eigenen Hot tub buddeln kann. Heißes Wasser kommt aus dem Boden und ich habe mir fast die Füße verbrannt. Danach war ich noch bei tollen Wellen im Meer schwimmen.

Unsere Nachtunterkunft war danach bei Tauranga am Papamoa Beach und dort waren wir direkt am Wasser. Auch unser Jetlag hatte sich inzwischen gelegt und wir schliefen mal durch. Wir waren auch wirklich froh, dass wir einen größeren Campervan bekommen hatten, man hat viel mehr Platz und jeder von uns hat sein eigenes Bett. Am darauffolgenden Tag fuhren wir nach Rotorua, in die stinkende Stadt. Dort gibt es sehr viele thermale Quellen und der Schwefelgeruch liegt über der Stadt. Es riecht ein wenig nach verfaulten Eiern.

In Rotorua machten wir eine ganz tolle Maori-Experience im Tamaki Village mit, bei der man die Kultur und Geschichte der Maori hautnah kennenlernt. Am Ende bekamen wir noch ein leckere Hangi, ein typisches Maori-Gericht, bei dem Gemüse und Fleisch in einem Loch in der Erde für mehrere Stunden gegart wird. Es war alles sehr schön und aufregend und das Essen war einfach unglaublich lecker. In Rotorua machte sich unsere Self-Contained-Plakette dann nützlich, da wir umsonst auf einem Parkplatz campen konnten, der direkt in der Stadt lag. Nach einer Woche auf der Nordinsel verschlug es uns nun nach Taupo. Auf dem Weg dorthin besuchten wir noch den Wai-o-Tapu einen riesigen Thermalpark.

Taupo liegt am Lake Taupo, der ein Vulkankrater ist und in dem Singapur komplett versinken könnte. Es war wie bisher jeden Tag wunderschönes Wetter und wir fuhren zu den Huka Falls. Mal ganz andere Wasserfälle, weil diese sehr niedrig, dafür aber mit einem starken Druck hinunterfließen. In Taupo hatten wir einen wirklich schönen Campingplatz mit heißen Pools, den in dann auch prompt nutzte.

Die Campingplätze findet man übrigens sehr schnell und einfach über die App „Campermate“. Da sind sowohl größere, teurere als auch naturbelassene und kostenlose Campingplätze mit aufgeführt. Für jeden was dabei!

Von Taupo aus ging es in meine alte Neuseeland-Heimat Napier. Dort hatte ich vor fünf Jahren zwei Monate verbracht und ein Zuhause gefunden. Es war wirklich schön, wieder dort zu sein und das Angekommen-Gefühl machte sich breit. Wir haben uns ein bisschen die Stadt angeguckt und haben gebummelt. Mama war einfach nur begeistert von der Stadt und konnte durchaus verstehen, warum ich solange dort geblieben war. Auch in Napier übernachteten wir eine Nacht umsonst auf einem Parkplatz.

Am nächsten Tag regnete es zum ersten Mal seit wir in Neuseeland angekommen waren. Wir fuhren zu einem Weingut, um eine Weinprobe zu machen und dort etwas zum Mittags zu essen. Die Region Hawke’s Bay, in der Napier liegt, ist nämlich eine größere Weinregion in Neuseeland. Abends hatte es dann aufgehört zu regnen und wir spielten noch eine Runde Minigolf. Diese Nacht übernachteten wir auf einem Campingplatz, weil Mama in der Nacht davor immer durch den Verkehr und die Güterzüge wach geworden war.

Unsere letzte lange Strecke auf der Nordinsel ging von Napier nach Wellington. Auf dem Weg dorthin besuchten wir das Wildlife Centre Pukaha mit vielen einheimischen Vogelarten. Unter anderem konnte man einen braunen Kiwi sehen; und einen weißen Kiwi, der unglaublich selten ist. Es war wieder sehr faszinierend und endlich hatte Mama einen Kiwi gesehen. Von dort aus ging es geradewegs in die Hauptstadt Wellington.

In Wellington hatten wir ein Hostel gebucht nur leider hatte dieses keinen Parkplatz für unseren Campervan. Auf der verzweifelten Suche nach einem günstigen Dauerparkplatz, trafen wir recht schnell auf einen Einheimischen, der uns einen Tipp gab: Ein Hotel vermietete Parkplätze auch für Nicht-Gäste gleich ein paar hundert Meter weiter. Und siehe da, wir hatten einen Parkplatz!

Wir blieben drei Nächte in Wellington. Am ersten Tag schauten wir uns das Te Papa Museum an, in dem wir bestimmt drei Stunden waren und besichtigten die Stadt und Waterfront. Was in Wellington natürlich auffällt, dass es ständig windig ist! Am zweiten Tag fuhren wir mit dem Cable Car in die Botanischen Gärten hinauf und genossen das schöne Wetter mit einem Spaziergang durch die Gärten. Der Weg endete am Beehive, dem Parlamentsgebäude, welches wir auch von außen betrachteten. Die beiden vollen Tage in Wellington waren schnell vorbei und am 06.02.2017 nahmen wir die Fähre zur Südinsel.

Genau 14 Tage dauerte unsere Reise auf der Nordinsel und wir legten dabei eine Strecke von circa 2.189km zurück.

Das war unsere ungefähre Strecke.

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3 Gedanken zu “Die Nordinsel entdecken

  1. Schöne Erlebnisse habt Ihr auf dieser großartigen Reise.
    Hoffentlich gibt es für uns noch mehr davon zu sehen!!

    Liebe Grüße von Ulrike

  2. Liebe Frau Pohl, heute am 20. Februar ist die Postkarte angekommen. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Sofort war ich neugierig und habe mit Erfolg die Mail-Adresse eingegeben und den wunderbaren Bericht Ihrer Tochter gelesen. Es ist wirklich eine Traumreise, ich werde jetzt öfter nachsehen, ob der Bericht schon weitergeht. Ich wünsche Ihnen beiden weiterhin gute Fahrt und viel Spaß, liebe Grüße. Gisela Bösche

  3. Hallo ihr Weltenbummler , es ist sehr interessant Eure Berichte zu lesen. 3Enkel von uns waren auch schon in Neuseland in diesen Städten und an diesen Plätzen , aber eure Ausführungen sind sehr nachvollziehbar. Wir wünschen euch noch weiterhin
    viel Spaß und Freude miteinander .Es grüßen der Singkreis !!!

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